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	<title>Gerd Blank</title>
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	<description>Electric Sheeps and other Dreams</description>
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		<title>&#8220;Yps&#8221;-Comeback: Retrotrip für alte Jungs</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2012 22:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Früher versorgte &#8220;Yps&#8221; Kinder mit Gimmicks und Comics. Jetzt soll das Magazin vor allem Erwachsene glücklich machen. Ob es funktioniert? Eine Zeitreise in meine Vergangenheit. Diesmal wird es klappen. Ich werde an das Salz denken. Und natürlich an das Futter. Das Glas mit den Urzeitkrebsen kommt auch nicht mehr in den dunklen Keller, sondern wird [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Früher versorgte &#8220;Yps&#8221; Kinder mit Gimmicks und Comics. Jetzt soll das Magazin vor allem Erwachsene glücklich machen. Ob es funktioniert? Eine Zeitreise in meine Vergangenheit.<br />
<span id="more-234"></span></p>
<p>Diesmal wird es klappen. Ich werde an das Salz denken. Und natürlich an das Futter. Das Glas mit den Urzeitkrebsen kommt auch nicht mehr in den dunklen Keller, sondern wird direkt vor mir auf den hellen Schreibtisch gestellt. Nur: Was mache ich, wenn die Dinger wirklich wachsen? Ein eigenartiges Gefühl beschleicht mich: Lohnt es sich überhaupt, das aufgeklebte Gimmick Nummer 1258 vom neuen &#8220;Yps&#8221;-Heft abzupulen und den ganzen Aufwand zu betreiben &#8211; nur um ein paar durchsichtige Tierchen der Spezies Artemia beim Wachsen zu beobachten? Ach, dumme Frage. Schon bei der ersten Ausgabe war es klar, dass das Plastikkatapult kaum mehr als ein paar Papierkugeln wegschießen konnte. Dennoch zitterten meine Hände beim Auspacken und Zusammensetzen. Natürlich werde ich wieder das Gimmick ausprobieren. Denn auch bei der Neuauflage von &#8220;Yps&#8221; geht es doch in erster Linie um nichts anderes: die Beigabe auf dem Cover.</p>
<p>Es ist so wie später mit dem ersten Kuss: Man kann nicht mehr aufhören, wenn man erst einmal damit angefangen hat. Doch Mädchen waren 1975 für mich kein Thema. Ich war sechs, als mir mein Vater das erste &#8220;Yps&#8221;-Heft schenkte. Klar, dass ich in den folgenden Jahren unbedingt jede Ausgabe haben wollte. Mit meinem Taschengeld stand ich jede Woche pünktlich im Kiosk von Herrn Werner. Sobald ich seinen Laden betrat, hielt er mir die aktuelle Ausgabe schon entgegen. Es war furchtbar, als ich einmal für ein paar Wochen an die Ostsee verschickt wurde – und kein Kiosk weit und breit zu finden war. Und wie schön war es, als ein Paket mit drei &#8220;Yps&#8221;-Heften ankam. Die Schokolade, die auch noch dabei lag, interessierte mich nicht.</p>
<p><strong>Eine Wiederholung zu viel</strong><br />
Mit der Ausgabe 300 war Schluss für mich. Die Gimmicks wiederholten sich, ich hatte mehrere Detektivausrüstungen, Pappmarionetten und Abenteuerzelte – die ja eigentlich nichts weiter als Müllsäcke ohne Boden waren. Ich war immerhin schon zwölf &#8211; mir wurde die &#8220;Bravo&#8221; wichtiger. Und im Jahr 2000 war dann auch für &#8220;Yps&#8221; Schluss &#8211; ohne dass ich es wirklich gemerkt hatte.</p>
<p>Dennoch habe ich mich auf das neue &#8220;Yps&#8221;-Heft gefreut. Zwar gab es bereits 2005 einen kurzen Wiederbelebungsversuch, aber das Ergebnis war mir zu kindisch. Warum sollte ich mir als erwachsener Mann Kindergeschichten anschauen, zu denen ich keinerlei Bezug mehr hatte? Und die Comics waren einfach unterirdisch. Aber diesmal soll es ja ein Magazin für Erwachsene sein. Tatsächlich: Als ich das Heft einem Kollegen zeige, reißt er es mir aus der Hand und erzählt von Yinni + Yan, von Kaspar und Willy und all den anderen gezeichneten Freunden aus Kindertagen.</p>
<p><strong>Kein Kinderkram</strong><br />
Genau darum geht es im neuen &#8220;Yps&#8221;: Erinnerung. Auf den ersten Seiten findet man haufenweise Fakten zu &#8220;Yps&#8221;. Die erste Story, die sich nicht mit alten Geschichten beschäftigt, zeigt neue Gimmicks: eine Kreissäge für Pizzen, einen Aschenbecher für Bierflaschen und eine Kamera für 300 Euro. Sicher kein Kinderkram. Auch nicht der erste neue Comic: Er handelt von einem Werwolf in einem Zombiepark.</p>
<p>Danach reihen sich wieder haufenweise nostalgische Rückblicke aneinander: Spielzeug von früher, Technik von früher und Trends von früher. Eine volle Dröhnung verklärter Retrospaß. Früher war halt eben doch alles besser. Selbst mit den Tricks, die angeblich jede Party retten sollen, habe ich die Gäste auf meinem Kindergeburtstag gelangweilt.</p>
<p><strong>Irgendwie hip</strong><br />
Es ist schön, mal wieder einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. So wie es auch schön ist, mal wieder ein paar Songs auf eine Kassette aufzunehmen oder mit einer Polaroid-Kamera zu fotografieren. Außerdem habe ich jetzt tatsächlich noch einmal die Chance, Urzeitkrebse zu züchten. Es würde mich nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen ein paar der jungen Hipster in irgendwelchen Cafés das &#8220;Yps&#8221;-Heft demonstrativ lesen. Ich freue mich für sie, denn so können sie einen Blick in die Vergangenheit werfen und vielleicht ein wenig besser verstehen, was meine Generation früher gedacht hat und womit wir uns beschäftigt haben. Für mich brauche ich allerdings keine weitere Ausgabe, die mir sagt, wie es früher war.</p>
<p>Es sei denn, Gimmick Nummer 1259 ist ein Solar-Zeppelin.</p>
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		<title>Als die Bilder laufen lernten</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 21:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Comicverfilmung]]></category>
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		<description><![CDATA[Hollywood und Comics gehören zusammen wie Mutter Beimer zur Lindenstrasse. Aber welches ist denn bisher die gelungenste Verfilmung? Fast wöchentlich kommt inzwischen ein neuer Film ins Kino, der auf einen Comic beruht. So gibt es demnächst ein Wiedersehen mit Batman und Spiderman, die Rächer geben sich die Ehre und auch Superman wird wiederbelebt. Dann kommt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hollywood und Comics gehören zusammen wie Mutter Beimer zur Lindenstrasse. Aber welches ist denn bisher die gelungenste Verfilmung?</p>
<p><span id="more-232"></span></p>
<p>Fast wöchentlich kommt inzwischen ein neuer Film ins Kino, der auf einen Comic beruht. So gibt es demnächst ein Wiedersehen mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GokKUqLcvD8&amp;">Batman</a> und <a href="http://www.imdb.de/title/tt0948470/">Spiderman</a>, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=NPoHPNeU9fc">Rächer</a> geben sich die Ehre und auch <a href="http://www.imdb.de/title/tt0770828/">Superman</a> wird wiederbelebt. Dann kommt auch noch bald <a href="http://www.imdb.de/title/tt1430132/">Wolverine</a> erneut zum Einsatz. Und dass nicht nur Superhelden vor der Kamera funktionieren, zeigt gerade die großartige TV-Serie &#8220;<a href="http://www.amctv.com/shows/the-walking-dead">The Walking Dead</a>&#8220;.</p>
<p>Es gibt so viele gute Comic-Verfilmungen, dass es sicher schwer wäre, die beste zu benennen. Oder doch nicht? Gerne würde ich wissen, welche Verfilmung eines Comics Ihnen am besten Gefällt. Ihre(n) Favoriten können Sie gerne in die Kommentare schreiben, oder, falls Sie bei Facebook sind, an der Umfrage teilnehmen, die ich dort auf dem Sprechblasen-Profil unter <a href="http://www.facebook.com/sprechblasen">facebook.com/sprechblasen</a> angelegt habe.</p>
<p>Ich bin sehr gespannt und werde hier die meistgenannten Filme der Sprechblasen-Leser vorstellen.</p>
<p>P.S. Mein Favorit ist übrigens &#8220;<a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=watchmen&amp;source=web&amp;cd=10&amp;ved=0CEwQtwIwCQ&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DhEujb5Q9nso&amp;ei=UJmIT6aBEMLxsgbn5tmRCA&amp;usg=AFQjCNHhW0X1y8IQ6KxOSdser4smsNgR1g">Watchmen</a>&#8220;, dicht gefolgt &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=yw8US3gS37w">From Hell</a>&#8220;.</p>
<p>Sprechblasen gibt es auch auf Facebook: <a href="http://www.facebook.com/sprechblasen">facebook.com/sprechblasen</a></p>
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		<title>Da steckt ordentlich Dampf drin</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 22:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Steam Noir&#8221; ist Abenteuerroman und Science-Fiction in einem Buch. Und man erfährt ganz nebenbei: Dampfmaschinen sind moderner als man denkt. Es ist kein guter Tag für Heinrich Lerchenwald. Gerade, als der Bizarromant des Januskoogener Leonardsbundes auf seinem Haudach ein seltsames Experiment durchführt, stürmt eine Einsatztruppe, die aus dem Film &#8220;Brazil&#8221; stammen könnte, seine Wohnung. Die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Steam Noir&#8221; ist Abenteuerroman und Science-Fiction in einem Buch. Und man erfährt ganz nebenbei: Dampfmaschinen sind moderner als man denkt.</p>
<p><span id="more-233"></span></p>
<p><a href="http://www.stern.de/blogs/sprechblasen-der_comic-blog/da-steckt-ordentlich-dampf-drin/steamnoir1_cvr_web/" rel="attachment wp-att-553"><img class="size-medium wp-image-553 alignleft" src="http://www.stern.de/blogs/sprechblasen-der_comic-blog/files/16//2012/04/SteamNoir1_Cvr_web-209x280.jpg" alt="Steam Noir - Das Kupferherz" width="209" height="280" /></a>Es ist kein guter Tag für Heinrich Lerchenwald. Gerade, als der Bizarromant des Januskoogener Leonardsbundes auf seinem Haudach ein seltsames Experiment durchführt, stürmt eine Einsatztruppe, die aus dem Film &#8220;Brazil&#8221; stammen könnte, seine Wohnung. Die Männer suchen ein Kupferherz und vermuten es bei dem Junggesellen. Als sie unverrichteter Dinge wieder abziehen, lassen sie Lerchenwald fast so ratlos zurück, wie den Leser von &#8220;<a title="Zum Titel" href="http://www.cross-cult.de/titeldetails-379/items/comic-steam-noir-das-kupferherz-1.html" target="_blank">Steam Noir – Das Kupferherz</a>&#8220;. Was sind das für Leute? Und was soll das alles überhaupt?</p>
<p>Geschickt spielt der Comic mit Sehgewohnheiten: Auf dem ersten Blick sieht alles ganz normal und bekannt aus. Doch halt, immer ist irgendetwas anders, wenn auch manchmal nur eine Kleinigkeit. Ob Fortbewegungsmittel, Waffen oder Kleidung – kaum etwas ist so, wie es scheint. Bereits das erste Bild des neuen Meisterwerks von <a title="Homepage von Felix Mertikat" href="http://felix-mertikat.de/" target="_blank">Felix Mertikat</a> und <a title="Benjamin Schreuder" href="http://www.cross-cult.de/autordetails/items/benjamin-schreuder.html" target="_blank">Benjamin Schreuder</a>, den Schöpfern des wunderbaren &#8220;<a title="&quot;Jakob&quot; auf Sprechblasen" href="http://www.stern.de/blogs/sprechblasen-der_comic-blog/die-traurige-geschichte-von-jakob/" target="_blank">Jakob</a>&#8220;, ist eine Überraschung: Eine Landmasse, es könnte eine Vulkan-Insel im Meer sein &#8211; und ganz passend heißt der seltsame Ort Landsberg. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die Verbindungenstege zu kleineren Nachbarinseln. Plötzlich, wie bei einer Illusion, die sich vor den Augen verändert, sieht es aus wie das Raumschiff Enterprise. Und tatsächlich, die Insel ist eine Art Planet, mit Ländern, Städten &#8211; und eben dem Hausdach, auf dem Heinrich Lerchenwald seine Experimente durchführt.</p>
<p><a href="http://www.stern.de/blogs/sprechblasen-der_comic-blog/da-steckt-ordentlich-dampf-drin/leseprobe_steamnoir1_01/" rel="attachment wp-att-554"><img class="alignleft size-medium wp-image-554" src="http://www.stern.de/blogs/sprechblasen-der_comic-blog/files/16//2012/04/Leseprobe_SteamNoir1_01-209x280.jpg" alt="Leseprobe von Steam Noir 1" width="209" height="280" /></a>Auch nur einen weiteren Halbsatz über die Story zu verlieren, wäre ein Verbrechen, denn sie steckt voller Überraschungen und schönen Wendungen. Das bizarre Figurenkabinett ist aber nur die halbe Miete. Es ist das Setting, dass vom ersten bis zum letzten Bild besticht. Der Titel &#8220;Steam Noir&#8221; kommt nicht von ungefähr. Mit dieser Graphic Novel könnte es gelingen, dass das Genre Steampunk endlich einer größeren Leserschaft bekannt gemacht wird. <a title="Wikipedia-Eintrag" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steampunk" target="_blank">Steampunk ist laut Wikipedia</a> Retro-Fiction, eine alternative Zukunftsvision mit den Mitteln der Vergangenheit: Überall dort, wo eigentlich moderne Technik eingesetzt werden würde, stecken Dampfmaschinen und Uhrwerke drin.</p>
<p>Wenn es etwas an der Geschichte zu bemängeln gibt, dann höchstens, dass sie manchmal ein wenig an ein Rollenspiel erinnert. Aber auch das kommt nicht von ungefähr: Mertikat hatte zuvor ein Spiel entwickelt und viele dessen Elemente auch für den Comic übernommen.</p>
<p>Wer als Kind Jules Verne verschlungen hat, wird sich in &#8220;Steam Noir&#8221; sofort zuhause fühlen: Das fantastische Abenteuer ist ganz einfach großes Kopfkino zum Durchblättern.</p>
<p>&#8220;Steam Noir &#8211; Das Kupferherz 1&#8243;<br />
Felix Mertikat und Benjamin Schreuder<br />
<a title="Cross Cult" href="http://www.cross-cult.de/home.html" target="_blank">Cross Cult</a><br />
16,80 Euro</p>
<p>Sprechblasen gibt es auch auf Facebook: <a href="https://www.facebook.com/sprechblasen">www.facebook.com/sprechblasen</a></p>
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		<title>Das Ende des Users</title>
		<link>http://gerdblank.de/2012/03/07/das-ende-des-users/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 20:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[User]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich will kein User mehr sein, denn ich bin doch viel mehr als das: ich lese, schaue zu und mache mit – Online UND Offline. Es wird Zeit, einen Begriff zu erfinden, der für beide Welten gilt. Im Film &#8220;Tron&#8221; aus dem Jahr 1982 war der User, also der Nutzer, die Krone der Schöpfung. Mehr [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will kein User mehr sein, denn ich bin doch viel mehr als das: ich lese, schaue zu und mache mit – Online UND Offline. Es wird Zeit, einen Begriff zu erfinden, der für beide Welten gilt.</p>
<p><span id="more-208"></span>Im Film &#8220;Tron&#8221; aus dem Jahr 1982 war der User, also der Nutzer, die Krone der Schöpfung. Mehr noch: Er war der Schöpfer selbst. Er sorgte dafür, dass Welten entstanden, oder zerstört wurden. Der Mensch als Herr über die Maschine. Er bediente die Knöpfe, Tasten und Schalter, um virtuelles Leben zu steuern, er nutzte also die Hardware und das System, um ein wenig Gott zu spielen.</p>
<p>Dagegen sind ganz andere User eher am Ende der Nahrungskette angkommen: Menschen, die versuchen, mittels Drogen ihr Leben weniger schmerzhaft zu gestalten. Sie sind Süchtig nach einem Schuss und immer auf der Suche nach dem nächsten.</p>
<p>In beiden Fällen ist der Begriff User eine perfekte Definition: für das Mittel auf der einen und für die Handlung auf der anderen Seite. Man bedient etwas, und wenn es nur die Sehnsucht ist.</p>
<p>Heute ist der User aber viel mehr als das – er ist Teil der Maschine geworden, eher Mitspieler als Gestalter. Eher Konsument als Kreativer. Dennoch wird die Person hinter einem Bildschirm, egal womit er sich beschäftigt, als Nutzer bezeichnet. Als Nutzer eines Angebots oder einer Dienstleistung. Dabei kommt es nicht auf die Inhalte an, sondern auf die Funktion.</p>
<p><strong>Vom Leser zum Nutzer mit einem Klick<br />
</strong>Wer ein Buch oder eine Zeitschrift liest ist ein Leser. Wer eine Fernsehsendung einschaltet ist ein Zuschauer. Und wer eine Party besucht ist ein Gast.  Greift man für diese Aktivitäten zum Computer oder Smartphone ist man plötzlich Nutzer – und wird auch so angesprochen. Selbst große Internetportale schreiben von Nutzern – auch wenn sie eigentlich Leser meinen.</p>
<p>Dabei sollte der Medienwandel gerade von denen, die ihn vorangetrieben haben, längst akzeptiert sein. Es ist unverständlich, dass häufig die Online-Ableger von Zeitungen immer noch nicht voller Stolz von ihren Lesern schreiben. Zumal die Printversion dieser Angebote selbstverständlich von Lesern sprechen &#8211; selbst wenn es sich um identische Artikel handelt. Eigene Inhalte werden bei so einer Ansprache auf ihre Funktion reduziert. Natürlich ist es so, dass man ein Angebot nutzt – aber eben um die Texte zu lesen, die Videos zu sehen und um in Foren diskutieren zu können. Genauso wie man ein Buch oder einen Fernseher nutzt.</p>
<p><strong>Relikt aus der Vergangenheit</strong><br />
Den Menschen vor dem Bildschirm auf dessen Nutzung zu beschränken, ist ein Relikt aus den digitalen Anfängen, eine Differenzierung muss endlich her. Man nutzt zwar Google, weil es eine (Such-)Maschine ist. Bei von Menschen erstellten Inhalten kann man von einer Nutzung allerdings auf keinen Fall sprechen &#8211; es sei denn, man nutzt das erlangte Wissen für andere Zwecke.</p>
<p>Traditionelle Angebote, Internetdienste und soziale Medien wachsen immer mehr zusammen. Die Macher von Zeitschriften oder TV-Sendungen finden immer häufiger Themen im Netz – oder bei den Menschen, die es nutzen. Es gibt aus anderen Bereichen Begriffe, die viel besser passen würden, beispielsweise Empfänger oder Konsument. Oder man nutzt für den modernen Menschen, der sich digital Informiert und beteiligt, den schönen Begriff Teilnehmer.</p>
<p>Aber egal, welcher Begriff besser auf aktive und passive Fans digitaler Inhalte passt: User ist es nicht. Denn die &#8211; das lehrte &#8220;Tron&#8221; – werden irgendwann von der Maschine nicht mehr ernst genommen.</p>
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		<title>Bedienung nach Plan</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 21:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unter Strom]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwann war es einfach gut, so konnte es nicht mehr weiter gehen. Ich wollte endlich Ordnung in mein Leben bringen und für Frieden in meinen vier Wänden sorgen. Ich würde, so mein naiver Plan, eine Anleitung für all meine Fernbedienungen schreiben. Ja ja, ich weiß, mit iPhone &#38; Co. ist heute alles so einfach. Man [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann war es einfach gut, so konnte es nicht mehr weiter gehen. Ich wollte endlich Ordnung in mein Leben bringen und für Frieden in meinen vier Wänden sorgen. Ich würde, so mein naiver Plan, eine Anleitung für all meine Fernbedienungen schreiben.</p>
<p><span id="more-185"></span></p>
<p>Ja ja, ich weiß, mit iPhone &amp; Co. ist heute alles so einfach. Man kann damit Autos mieten und verkaufen, Reisen planen und sein Leben organisieren. Aber nur weil dort auch ein MP3-Player eingebaut ist, heißt das nicht, dass jeder damit Musik hören kann. <a title="&quot;Wo spielt die Musik&quot;" href="http://gerdblank.de/2012/01/02/wo-spielt-die-musik/">Oder genauer: jede Frau</a>.</p>
<p>Ich habe wirklich alles versucht und auf das Telefon meiner Freundin Musik geladen, Playlisten angelegt und ihr sogar gezeigt, wie man das Gerät an die Stereoanlage anschließt, falls sie die Songs nicht per Kopfhörer hören will. Doch alles vergebens. Warum? Nur weil sie sich plötzlich entscheidet, statt Musik zu hören doch lieber kurz den Fernseher anzuschalten. Doch da beginnt dann schon das Drama: Welche Fernbedienung war das noch gleich – und wie kommt der Sound dann in die Stereoanlage?</p>
<p>Dazu muss ich sagen, dass all meine Audio- und Videogeräte von unterschiedlichen Herstellern kommen. Natürlich könnte ich mir mit einer lernbaren Fernbedienung helfen, allerdings streikt mein Fernseher dabei. Und will ich den Beamer nutzen, muss ich Kabel umstecken. Es ist also tatsächlich nicht so einfach, in meiner Wohnung auf auch nur eine Fernbedienung zu verzichten.</p>
<p>Aber ich hatte einen Plan: Was wäre, wenn ich meiner Freundin einfach mal aufschreibe, mit welcher Fernbedienung sie welche Funktion aufrufen kann? Grandios. Das musste doch klappen. Wie naiv von mir. Denn was hätte ich schreiben sollen: Willst Du fernsehen, musst Du die schwarze Fernbedienung nehmen und auf die Taste TV drücken, dann nimmst Du die andere schwarze Fernbedienung und wählst das Programm aus, welches Du sehen willst.</p>
<p>Das ist natürlich quatsch, denn es würde schon daran scheitern, dass meine Freundin überhaupt nicht wüsste, welchen Kanal sie einschalten wollte – zappen wurde für sie erfunden. Es ist erstaunlich, dass sie im Bruchteil einer Sekunde erkennt, ob der Film gut ist oder die Live-Reportage interessant. Sie muss ein Genie sein. Aber zurück zu der Anleitung.</p>
<p>Meine Lösung: Ich fotografierte jede Fernbedienung und schrieb für jede mögliche Anwendung eine detaillierte Anleitung. Neben jeden Schritt bildete ich die dafür benötigte Fernbedienung ab. Während ich fürs reine TV-gucken gerade einmal einen Schritt brauchte, musste ich den Schritten fürs Musik hören deutlich mehr Platz einräumen. Für jeden Verwendungszweg gab es also zum Schluss eine reich bebilderte Seite, insgesamt wurden es sechs. Die kamen in einen Hefter, auf den ich &#8220;Multimedia bei Blank&#8221; schrieb.</p>
<p>Rückblickend frage ich mich, was ich eigentlich erwartet habe. Eine Kinoeinladung vielleicht? Ein leckeres Abendessen mit den Worten :&#8221;Das hast Du Dir jetzt aber wirklich verdient!&#8221;? Oder wenigstens eine Umarmung und einen verliebten Blick? Ich hätte mit so vielen schönen Dingen gerechnet, als ich ihr voller Stolz die wirklich schöne und umfangreiche Anleitung überreichte.</p>
<p>Aber sicher nicht damit, dass sie plötzlich vor Lachen in Tränen ausbrach.</p>
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		<title>Wo spielt die Musik?</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 20:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unter Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Apple TV]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet nutzen, Musik hören, Filme schauen: Im digitalen Zeitalter ist alles viel einfacher. Eigentlich. Aber was, wenn ein Technikfreak mit einer normalen Frau zusammenlebt, die einfach nur mal schnell einen Song hören will und schon an der Fernbedienung scheitert? In der neuen Kolumne &#8220;Unter Strom&#8221; zeige ich die Tücken der schönen neuen Welt auf. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet nutzen, Musik hören, Filme schauen: Im digitalen Zeitalter ist alles viel einfacher. Eigentlich. Aber was, wenn ein Technikfreak mit einer normalen Frau zusammenlebt, die einfach nur mal schnell einen Song hören will und schon an der Fernbedienung scheitert? In der neuen Kolumne &#8220;<strong>Unter Strom</strong>&#8221; zeige ich die Tücken der schönen neuen Welt auf. Heute: &#8220;Welchen Knopf muss ich drücken?&#8221;</p>
<p><span id="more-176"></span>Das Telefon klingelt, auf dem Display prangt das Bild meiner Freundin. Ich sitze im Büro und bereite gerade eine Sitzung vor, eigentlich habe ich keine Zeit für einen Plausch. Aber natürlich gehe ich ran.</p>
<p>Kaum habe ich ein fröhliches &#8220;Hallo Süße&#8221; gesäuselt, merke ich schon, dass etwas nicht stimmt. &#8221;Es kann doch nicht angehen, dass ich nicht mal ein einziges Lied zuhause hören kann!&#8221; schallt es mir entgegen.</p>
<p>Dazu muss man sagen, dass Musik bei mir zuhause von der Festplatte kommt. Vor Jahren habe ich all meine CDs digitalisiert, damit ich sie auch auf MP3-Geräten abspielen kann. Im Wohnzimmer steht jetzt ein kleiner Computer, auf dessen riesiger Festplatte meine ganzen Songs gespeichert sind. Einen CD-Player besitze ich schon längst nicht mehr.</p>
<p>&#8220;Auf dem Tisch liegen 20 Fernbedienungen, wie soll ich wissen, welche die richtige ist?&#8221; bekomme ich nicht zum ersten Mal um die Ohren gehauen. Meine Freundin neigt zu Übertreibungen, so viele sind das gar nicht – wir nutzen lediglich sieben Fernbedienungen und die meisten davon werden eigentlich gar nicht häufig gebraucht. Das habe ich ihr auch schon häufig erzählt.</p>
<p>&#8220;Hast Du denn schon ausgesucht, was Du hören willst?&#8221; Meine Standardfrage, denn meine Freundin hört eigentlich immer die selben zehn Alben. &#8220;Ja, aber es kommt kein Ton aus dem Verstärker!&#8221; Ist er denn auch auf &#8220;Apple TV&#8221; eingestellt?&#8221;, &#8220;Nein, hier steht &#8216;BD&#8217;&#8221;. &#8220;Ach so, dann musst Du die große Fernbedienung nehmen und dort auf &#8220;DVD&#8221; drücken&#8221;.</p>
<p>Plötzlich merke ich, dass mein System nicht ausgereift ist. Mein neuer Verstärker hat viele schöne digitale Eingänge, die per Fernbedienung aktiviert werden können. Allerdings haben die Knöpfe Bezeichnungen wie DVD, CD, Sat, BD oder Game. Ganz nützlich, wenn man entsprechende Geräte besitzt. Allerdings habe ich am DVD-Anschluß Apple TV angeschlossen, an BD hängt die Playstation und an Game die Xbox. Für mich ist das alles sonnenklar. In meiner Wohnung bin ich aber offenbar der einzige, der so denkt.</p>
<p>&#8220;Okay, jetzt steht hier &#8216;Apple TV&#8217;. Und was jetzt? Es kommt immer noch nichts&#8221;. Meine Freundin klingt nicht gerade freundlich, ich bin froh, dass ich im Büro bin. Auch wenn ich eigentlich keine Zeit habe, erkläre ich ihr den nächsten Schritt.</p>
<p>&#8220;Nimm dein iPhone, wähle die App &#8216;Remote&#8217;, suche deinen Song und drücke auf Play. Unten rechts im Display siehst Du einen kleinen Kasten. Drücke darauf und wähle als Lautsprecher &#8216;Apple TV&#8217; oder &#8216;Küche&#8217; oder beide Einstellungen aus. Dann sollte die Musik im Wohnzimmer und eventuell in der Küche laufen.&#8221;</p>
<p>Noch während ich rede, merke ich, dass es früher wirklich einfacher war. Ich fühle mich ganz klein. Meine Freundin merkt das, natürlich, – und setzt noch einen drauf: &#8220;Es kann doch nicht sein, dass ich Dich anrufen muss, damit ich Musik hören kann!&#8221; Sie ist sauer. Und ich versuche, sie zu beruhigen. &#8220;Du kannst die Musik doch auch direkt von Deinem iPhone per Funk übertragen&#8230;&#8221; &#8220;Gerd,&#8221; unterbricht sie mich, &#8220;Du hast sie wohl nicht mehr alle. Mach was, damit es einfach läuft, wenn ich Musik hören will!&#8221;</p>
<p>Ich verstehe meine Freundin manchmal nicht, ihr Gehirn funktioniert anders als meins. Sie ist eine tolle, intelligente und kreative Frau, kann sich Gesichter von Personen merken, die sie vor vielen Jahren nur einmal im vorbeigehen gesehen hat. Aber sie kann einfach keine der sieben Fernbedienungen dem passenden Gerät zuordnen. Das kann doch wohl nicht so schwer sein&#8230; Um ihr zu helfen, habe ich ihr eine Anleitung geschrieben. Aber davon berichte ich beim nächsten Mal.</p>
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		<title>Wulff, der passende Präsident</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 22:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Deutschen sind ein seltsames Volk. Wir wollen bei den ganz großen dieser Welt mitspielen, benehmen uns aber häufig wie piefige Spießer. Zum Glück haben wir einen Präsidenten, der zu uns passt. Die meisten Menschen wünschen sich doch, mehr zu sein, als sie sind. Sie streben nach Glück und materieller Unabhängigkeit. Noch immer ist der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Deutschen sind ein seltsames Volk. Wir wollen bei den ganz großen dieser Welt mitspielen, benehmen uns aber häufig wie piefige Spießer. Zum Glück haben wir einen Präsidenten, der zu uns passt.</p>
<p><span id="more-166"></span>Die meisten Menschen wünschen sich doch, mehr zu sein, als sie sind. Sie streben nach Glück und materieller Unabhängigkeit. Noch immer ist der größte Traum der meisten Deutschen, ein Häuschen zu bauen. Gerade jene, denen nicht ein Millionenvermögen in die Wiege gelegt wurde, versuchen ihr Leben lang, wenigstens ein paar dieser Träume zu erfüllen. Und Christian Wulff ist da nicht anders. Er ist nicht gerade das, was man einen coolen Hund bezeichnen würde. Statt auf einem Rockfestival vermutet man ihn eher bei Andre Rieu und statt in einem schicken Neubau wohnt Wulff lieber in einem Backsteinhaus. Er ist so herrlich normal &#8211; wahrscheinlich hätte ihn das Volk bei einer Direktwahl nicht zum Bundespräsidenten gemacht. Aber es ist nun einmal so, dass er für ein paar Jahre unser Chef ist</p>
<p>Nun stelle man sich mal vor, dass der Präsident von 80 Millionen Deutschen in Burgwedel bei Hannover zur Miete wohnt, weil er eben nicht auf Rosen gebettet ist und sich kein Eigenheim leisten kann. Dabei verdiente er als Ministerpräsident von Niedersachsen rund 14000 Euro im Monat, man könnte denken, er hätte sich ein finanzielles Polster anlegen können. Eine Immobilie als Altersvorsorge hat er sich zwar gegönnt, aber wohnen will er dort nicht. Und klar, sein Amtssitz ist sogar ein Schloss, repräsentativ genug, um Gäste aus der Dritten Welt zu beeindrucken. Aber: Es gehört nicht ihm.</p>
<p>Nun hat der Mann eine junge Frau geheiratet und mit ihr ein Kind in die Welt gesetzt. Aber was ist, wenn er einmal stirbt, durch Herzinfarkt oder Unfall. Das kann jedem passieren, auch einem Präsidenten. Seine junge Familie muss doch versorgt sein &#8211; und eine Witwenrente alleine ist da sicher nicht der beste Weg. Natürlich ist ein Hauskauf da eine gute Idee. Nur: Nach einer Scheidung sitzt das Geld wahrscheinlich nicht mehr so locker &#8211; auch nicht bei einem Politiker.</p>
<p>Wenn er andere Länder besucht, nimmt man ihm ab, dass er sich gerade riesig über die Reise freut. Er wird hofiert, darf ein wenig über Deutschland plaudern &#8211; für ihn ist sein Amt wahrscheinlich ein Urlaub erster Klasse, ein bezahltes Sabbatical. Sei es ihm gegönnt. Allerdings hat er eigentlich nichts zu erzählen, er ist kein Mann großer Worte. Wer würde ein Buch kaufen, in dem er seine Sicht auf die Welt beschreiben würde? Eben. Damit ließe sich also nach seiner Amtszeit kein Euro verdienen. Das weiß er und muss also vorsorgen.</p>
<p>Wenn mir ein wohlhabender Freund kurzfristig aus der Klemme helfen würden und mir einen günstigen Kredit anböte, würde ich wahrscheinlich auch zugreifen. Keine Frage, Wulff hätte nicht so ungeschickt reagieren sollen. Aber: In seiner Gedankenwelt hat er nicht gelogen, denn er hat auf eine klare Frage eine klare Antwort gegeben. Das hat etwas von Beamtenmentalität. Vielleicht auch etwas von Trotz &#8211; schließlich hält er den Kredit für eine Privatangelegenheit. Und vielleicht hätte er damit sogar recht. Irgendwie ist es doch ganz sympathisch, dass Wulff kaum ein Fettnapf auslässt. Das zeigt, dass er eben nicht ein mit allen Wassern gewaschener Politiker ist, sondern ein normaler Mensch, der sich erst einmal in seiner Rolle zurechtfinden muss.</p>
<p>Mir tut der Mann inzwischen sogar fast leid: Das Amt ist wahrscheinlich viel zu groß für ihn, er strahlt nicht, gibt dem Volk nicht das Gefühl, dass man auf ihn zählen kann. Er hat den Job übernommen, weil seine Kanzlerin ihn gefragt hat &#8211; und als braver Beamter folgt man seiner Chefin. Nur hat er noch immer nicht verstanden, dass er jetzt der Chef ist und sich vorbildlich verhalten muss. Das fängt bei seinen öffentlichen Auftritten an und hört nicht mit der Offenlegung seiner Einnahmen und Ausgaben auf. Aber moralische Instanz ohne Fehler? Das ist doch quatsch. Wir können froh sein, dass er nicht pastoral von der Kanzel über uns richtet, uns einen Ruck aufzwingen will oder, nur um seine Macht zu demonstrieren, ein paar Gesetze einfach mal nicht unterschreibt.</p>
<p>Was wäre denn, wenn Wulff tatsächlich über den Kredit stürzen würde? Es müsste schon wieder ein neuer Präsident her. Und schon wieder würde dieser wie Wulff von der Bundesversammlung, wahrscheinlich erst im dritten Wahlgang, ins Amt gehoben werden. Und wieder wäre es kein Mann des Volkes. Wulff ist allerdings gerade durch seine Fehler dabei, tatsächlich ein Mann des Volkes zu werden. Also, lasst ihn doch einfach mal in Ruhe. Er soll ruhig noch eine Weile ins Ausland reisen und sich bei den Staatsbesuchen so richtig schön freuen kann.</p>
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		<title>Ahoi, ich bin ein Pirat</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 22:03:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Dies ist das Outing eines naiven Wählers: Die Piratenpartei hat ein neues Mitglied. Ich erinnere mich noch genau an die bärtigen Pulloverträger im Hamburger Senat. An die strickenden Tanten, die stillenden Mütter. An die Angst in den Gesichtern der anderen Abgeordneten. Das muss damals wirklich schlimm für die Volksvertreter gewesen sein, mit diesen Freaks Redezeit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist das Outing eines naiven Wählers: Die Piratenpartei hat ein neues Mitglied.</p>
<p><span id="more-161"></span><br />
Ich erinnere mich noch genau an die bärtigen Pulloverträger im Hamburger Senat. An die strickenden Tanten, die stillenden Mütter. An die Angst in den Gesichtern der anderen Abgeordneten. Das muss damals wirklich schlimm für die Volksvertreter gewesen sein, mit diesen Freaks Redezeit zu teilen, die weder Krawatten noch Anstand kannten. Es war vorbei mit dem elitären Club.</p>
<p>Die Grünen veränderten meine Sicht auf die Politik. Bis dahin war ich noch sehr geprägt von meinen Eltern. Nun konnte ich mich emanzipieren, auch wenn ich das damals sicher nicht so genannt habe. Klar, dass ich bei meiner ersten Wahl ganz stolz mein Kreuz bei der Farbe der Hoffnung setzte.</p>
<p>Seit einem Vierteljahrhundert waren es die Grünen, denen meist meine Stimme, aber immer meine Sympathie galt. Dennoch bin ich nie Mitglied der Partei geworden. Und irgendwann, als die Außenseiterpartei den Außenminister stellte, fing die Liebe an zu erlöschen. Die Grünen und ich, wir hatten uns auseinandergelebt. Die Partei war etabliert und spielte das Spiel der Politk virtuos mit. Die Politiker nahmen sich so furchtbar ernst und rückten immer weiter von mir weg.</p>
<p>Aber wo könnte dann meine politische Heimat liegen? Bei der SPD, der Partei von Brandt und Schmidt? Klar, wenn es Staatsmänner gibt, die ich bewundere, dann waren es die beiden. Aber ihre Erben? Aber nein. Scharping oder Schröder, das ging einfach nicht. Und die CDU? Äh, nein, nächste Frage. <a title=""Ich habe nie die FDP gewählt" - Video auf stern.de" href="http://www.stern.de/kultur/musik/musiktipp-der-woche-blockfloete-des-todes-ich-habe-nie-fdp-gewaehlt-1727309.html" target="_blank">Die FDP scheidet natürlich völlig aus</a>, wie auch später die PDS &#8211; oder wie die linken Brüder heißen.</p>
<p><strong>Streiten um ein paar Euro</strong><br />
Es ist tragisch, dass inzwischen professionelle Politiker unser Land regieren, Menschen, die nur fürs Abgeordnetenhaus studiert haben. Aber Berufswunsch Politiker ist weltfremd. Entscheidungsträger, die nur noch vom Hörensagen kennen, wie ein Großteil der Bevölkerung lebt und wo die Probleme der Menschen liegen. Politiker, die darüber streiten, ob die Ärmsten des Landes fünf oder zehn Euro im Monat mehr erhalten, aber ihre eigenen Bezüge nach Gutdünken erhöhen.</p>
<p>Nun haben die Piraten angelegt. Liest man sich durch, was die junge Partei will, wird man noch kein großes Programm erkennen. Sie ist noch zu jung, um einfach nur die üblichen Phrasen und Wahlversprechen herunterzubeten. Noch strahlt der Idealismus aus jeder Hautunreinheit der Protagonisten. Sie haben eigentlich keine Chance, Politik mitzugestalten. In Berlin erreichten  die Piraten zwar gerade einen Achtungserfolg, aber bundesweit werden sie noch eine ganze Weile nur bei Sonstige zu finden sein.</p>
<p>Doch so war es auch bei den Grünen. Erst kamen die Großstädte, dann die Länder. Die Freibeuter haben eine gute Chance, junge und eigentlich politikverdrossene Wähler an die Urnen zu locken. Die Wahl wird zum Flashmob, organisiert per Facebook. Während Politiker anderer Parteien nur ein wenig das Internet ausprobieren, ist die Piratenpartei ein Kind des Webs. Zwar mit radikalen Ansichten was das Urheberrecht betrifft, aber dafür auch souverän bei Diskussionen zum Thema Datenschutz. Etablierte Parteien sollten die Piraten nicht unterschätzen, denn sie sprechen die Sprache der jungen Leute &#8211; und die sind unsere Zukunft. Und damit ich auch ein bisschen mithören kann, habe ich einfach mal einen Mitgliedsantrag unterschrieben. Künftig werde ich hier ab und zu davon berichten, wie es so ist, das Leben eines Freibeuters zu führen.</p>
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		<title>Ich will nicht in den Harz</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 21:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angebote]]></category>
		<category><![CDATA[Groupon]]></category>
		<category><![CDATA[Schnäppchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeden Tag die gleiche Frage: Ist heute bei Groupon ein spannendes Angebot dabei? Kann ich diesmal ein tolles Schnäppchen machen? Und jeden Tag sorgen die vermeintlichen Angebote für Ernüchterung. Eigentlich bin ich kein typischer Schnäppchenjäger. Ich lauer nicht auf neue Prospekte, nur um dann in den entsprechenden Laden zu stürmen und dann zuviel Geld für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Jeden Tag die gleiche Frage: Ist heute bei Groupon ein spannendes Angebot dabei? Kann ich diesmal ein tolles Schnäppchen machen? Und jeden Tag sorgen die vermeintlichen Angebote für Ernüchterung.</p>
<p><span id="more-152"></span>Eigentlich bin ich kein typischer Schnäppchenjäger. Ich lauer nicht auf neue Prospekte, nur um dann in den entsprechenden Laden zu stürmen und dann zuviel Geld für die Angebote auszugeben. Obwohl, ganz stimmt das nicht. Bei neuen Angeboten von Media Markt und Saturn bin ich immer ganz nervös – auch wenn ich mir gar keine neues Gadget kaufen will. Und auch im Supermarkt um die Ecke schaue ich bei jedem Einkauf, welche Produkte dort gerade günstig angeboten werden.</p>
<p>Okay, ich bin vielleicht doch ein typischer Schnäppchenjäger. Und darum bin ich auch die ideale Zielscheibe für Groupon-Angeobte. Ich bin ein echter Groupie. Seit ein paar Monaten nutze ich die iPhone-App von Groupon. Jeden Tag schaue ich nach, ob sich ein tolles Schnäppchen machen lässt. Entdeckt habe ich den Dienst, als ein neuer Optiker mit unverschämten Rabatten lockte. Jetzt trage ich eine neue Brille &#8211; und bin süchtig nach neuen Schäppchen.</p>
<p><strong>Neue Angebote zur Geisterstunde</strong><br />
Die Grundidee von Groupon ist nicht schlecht, jeden Tag stellt der Service Angebote in ganz Deutschland vor, nach Städten sortiert. Die meisten dieser Schnäppchen sind nur an diesem Tag gültig, um Mitternacht gibt es neue Angebote. Doch je mehr ich mich mit den täglichen Angeboten beschäftige, desto geringer ist meine Vorfreude auf den neuen Schnäppchentag. Klar, ich kann nicht erwarten, dass die vorgestellten Produkte und Dienstleistungen immer meinen Interessen entsprechen. Aber es wäre doch schön, wenn es nicht nur einmal alle paar Monate vorkommt. Und vor allem: Bei vielen vermeintlichen Schnäppchen handelt es sich um Restposten und um Produkte, die es anderswo ganz ohne Rabatt mindestens genauso günstig gibt.</p>
<p>So wird mir ein Fernseher aus dem vergangenen Jahr also Superdeal präsentiert. Statt 1400 Euro soll er nur schlappe 800 Euro kosten. Ein Blick auf Amazon zeigt, dass der Fernseher tatsächlich einmal 1400 Euro gekostet hat und beim größten Online-Händler ebenfalls für 800 Euro zu haben ist. Ob Sportgerät, Supermatratze oder Klapprad &#8211; immer wieder tauchen Produkte auf, die angeblich besonders günstig sein sollen, es aber gar nicht sind.</p>
<p><strong>Sei Stylisch, sei Groupon</strong><br />
Auch schätzt mich der Schnäppchenservice offenbar völlig falsch ein und zeigt mir Klamotten, die besonders stylisch sein sollen. Aber T-Shirts mit Ed-Hardy-Aufdruck, Hamburg-Jacken, langweilige Adidas-Hosen aus der vorletzten Saison sind nicht stylisch, auch wenn die Groupon-Redakteure das noch so oft in die Produktbeschreibungen hineinschreiben.</p>
<p>Wenn ich wollte, könnte ich mich auch in &#8220;In&#8221;-Restaurants am Stadtrand rumtreiben und zwei Portionen Schlachteplatte zum Preis von einer in mich hineinstopfen &#8211; die idealen Angebote für die Generation XXL. Wer durch das fette Essen zu dick wird, kann sich gleich mit einem anderen Angebot Abnehmprodukte oder einen Sportkurs kaufen. Oder gar eine Schönheitsoperation zu Sonderkonditionen.</p>
<p><strong>Ab an den Rentnersee</strong><br />
Besonders ärgerlich sind aber die furchtbaren Reiseschnäppchen, die es mir schmackhaft machen sollen, ein paar Nächte in ausgesuchten Hotels zu verbringen. Aber wo stehen die? Im Harz. Oder an irgendeinem Rentnersee, wo auch Kaffeefahrten hinführen. Groupon ist so eine Kaffeefahrt. Ein Shoppingfernsehkanal als App. Beim genauen inspizieren der Angebote kann ich förmlich die euphorischen Kommentare der Moderatoren hören. &#8220;Oh wie ist das schööööön!&#8221;, &#8220;Das Hawaii-Hemd steht Dir aber gut!&#8221;. &#8220;Wow, so schnell habe ich ja noch nie Brot geschmiert!&#8221;.</p>
<p>Also Groupon, ich will nicht in den Harz fahren und Diätpillen kaufe ich auch nicht. Ed-Hardy-Hemdchen sehen aus, als hätte ein Designer das billige Schnitzel aus einem anderen Angebot einfach auf den T-Shirts erbrochen. Es scheint allerdings nicht so einfach zu sein, interessante Geschäftspartner zu finden und sie von dem Schnäppchen-Konzept zu überzeugen. Viele Firmen wollen offenbar lediglich ihr Lager entschlacken und bieten Produkte bei Groupon an, deren gefühltes Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist.</p>
<p>Natürlich werde ich auch morgen schauen, was es neues gibt – einer muss es ja machen. Allerdings macht mir die Schnäppchenjagd keinen großen Spaß mehr</p>
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		<title>Gestern hieß sie noch Anna</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 18:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd Blank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Spam]]></category>
		<category><![CDATA[Stalking]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich werde verfolgt. Ein Mädel will unbedingt meine Facebook-Freundin sein. Nur: Ich kenne sie gar nicht. Auch nicht ihren Namen. Keinen von beiden. Plötzlich leuchtete direkt neben dem Facebook-Logo ein roter Kringel auf, das untrügliche Zeichen, dass sich jemand in meine Freundesliste einziehen möchte. Merkwürdig. Denn ich bin inkognito bei Facebook unterwegs, man kann meine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde verfolgt. Ein Mädel will unbedingt meine Facebook-Freundin sein. Nur: Ich kenne sie gar nicht. Auch nicht ihren Namen. Keinen von beiden.</p>
<p><span id="more-136"></span>Plötzlich leuchtete direkt neben dem Facebook-Logo ein roter Kringel auf, das untrügliche Zeichen, dass sich jemand in meine Freundesliste einziehen möchte. Merkwürdig. Denn ich bin inkognito bei Facebook unterwegs, man kann meine private Seite dort eigentlich nicht finden, wenn man nach meinem Namen sucht. Aber eine Studentin aus Hamburg hatte mich aufgespürt. Anna W., so hieß das Mädel, wollte meine Freundin sein.</p>
<p>Im ersten Moment fühlt sich das ganz toll an. Man kennt das aus der Kneipe, wenn man von einer Frau angesprochen wird. &#8220;Hast Du mal Feuer?&#8221; oder so. Aber Anna W. wollte nicht sprechen. Wort- und grußlos bat sie einfach nur um Freundschaft. Doch ich bin da ein wenig eigen und nur mit Menschen virtuell befreundet, mit denen ich wenigstens ein paar Worte gewechselt habe. Es sei denn, sie ist hübsch. Also schaute ich mir Anna W.s Profilbild etwas genauer an. Und was soll ich sagen: Ich könnte ihr Vater sein. Mindestens. Auch wenn ich manchmal unter dem Peter-Pan-Syndrom leide, bin ich kein Sugar-Daddy. Mein Interesse an der unbekannten Bekanntschaft ließ abrupt nach. Zumal das Gesicht und der Kleidungsstil der jungen Dame wirkte, als sei Anna W. direkt vom ukrainischen Heiratsmarkt importiert – auf der Suche nach einem deutschen Mann.</p>
<p>Zwei Tage zeigte mir meine Freundesliste an, dass noch einen Kontakt auf eine Bestätigung wartet – und dann war das Symbol weg. Anna W. hatte es sich anders überlegt. Wahrscheinlich, so dachte ich, hat sie voller Trauer die Anfrage zurückgezogen, weil ich mich nicht gemeldet habe. Klar, da kann man auch traurig sein. Obwohl ich niemals dieser Freundschaft zugestimmt hätte, war ich es auch, irgendwie. Schließlich kann man damit auch ein wenig angeben, dass gerade volljährige Dinger alte Säcke mit dünnem Haar per Facebook kontaktieren. Nun, dazu habe ich jetzt wieder die Gelegenheit.</p>
<p><strong>Aus Anna wird Annika</strong><br />
Denn Anna W. ist zurück. Allerdings heißt sie jetzt Annika S. Der Name hat sich zwar geändert, aber sie studiert immer noch in Hamburg und als Profilbild hat sie die selbe Aufnahme wie Anna W. gewählt, deutlich erkennbar am Tigerprint ihrer Bluse und der Farrah-Fawcett-Gedächtnisfrisur. Anna-Annika hat also nicht aufgeben, sondern stellt mir immer noch nach.</p>
<p>Okay, klar, ich weiß, dass es sich wahrscheinlich gar nicht um eine 18-jährige Anna-Annika handelt, sondern um einen 47-jährigen Igor oder Manfred, der mit dieser Masche ein paar Kerle zum Einsatz ihrer Kreditkarte bewegen will. Aber daran will ich nicht denken. Nein. Lieber will ich im Glauben bleiben, dass mich ein Mädel aus Osteuropa kontaktiert hat. Das käme zwar wahrscheinlich finanziell aufs Selbe raus, würde mir aber wahrscheinlich mehr Spaß bringen.</p>
<p>Bedenklich ist es nur, dass wahrscheinlich viele meiner Geschlechtsgenossen sehr gerne mit dem jungen Ding in Kontakt getreten wären – oder es vielleicht sogar schon sind. Wer auch immer hinter dem gefaketen Facebook-Profil steckt, erfährt schnell, was <em>Mann</em> gerade macht, was er sich kauft und ob er ein lukratives Opfer ist. Also Vorsicht Männer &#8211; nicht jeder virtuelle Augenaufschlag mit der stillen Botschaft &#8220;Na? Wie wäre es?&#8221; ist wirklich persönlich gemeint.</p>
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