Apple-Gadgets sind teuer und teilweise schlechter ausgestattet als Konkurrenzprodukte. Dennoch spricht etwas für Macbook, iPad & Co., was kein anderer Hersteller in dieser Form anbietet. Ein ganz subjektiver Erfahrungsbericht.
Ich hätte mit ein paar der Fehler leben können. Niemand ist perfekt – warum sollte es die Technik sein? Wen stören schon ein paar Kratzer, solange es die Bedienung nicht einschränkt. Mein iPhone ist vor ein paar Monaten aus 40 Zentimeter Höhe auf einen gefliesten Boden gefallen. Ein kleiner Sprung über dem Display war das Resultat. Ärgerlich, aber nicht weiter tragisch. Ich habe schließlich auch ein paar Narben, das iPhone ist ein Gebrauchsgegenstand, es darf Gebrauchsspuren haben. Allerdings hatte das Gerät ab und zu Probleme mit dem Internet. Egal, ob ich per Mobilfunk oder heimischen Wlan surfte – mal dauerte der Seitenaufbau zu lang, mal konnte ich mein Facebook-Profil per App nicht aktualisieren.
Der Fehler beim iPad wog dagegen schwerer: Die Hintergrundbeleuchtung des Displays war bei dunklen Filmszenen deutlich zu sehen. Keine Ahnung, ob das schon die ganze Zeit der Fall war, oder ob der Fehler erst im Gebrauch entstand. Auf jeden Fall nervt es, wenn zwei gelbliche Punkte am Rand des Displays den Blick auf sich ziehen.
“Hmmm” und “Hmmm”
Mit zwei Problemen im Gepäck lohnt sich der Weg zum Apple Store. Also habe ich mir Online einen Termin am Genius-Desk geholt. Die Bestätigung folgte per E-Mail. Ein paar Tage später stand ich vor dem netten Mitarbeiter und erklärte ihm, was für Probleme iPad und iPhone machen. Ein paar Mal “Hmmmm”, ein bisschen herumgetippe, und dann der entscheidende Satz: “Ich gebe dir einfach ein neues iPad mit.” Sie könnten vor Ort die Geräte nicht reparieren. Und selbst wenn, lohnt sich meist der Aufwand nicht. Und als ich ihn nach dem iPhone fragte, sagte er wieder ein paar Mal “Hmmmmm”, dann tippte er wieder ein wenig auf seinem Macbook herum und sagte: “Weißt Du was, ich gebe Dir auch ein neues iPhone mit.” Ich hätte ein iPhone 4 der ersten Serie, bei dem es vereinzelt zu Netzproblemen kommen könnte. Auch wenn er den Fehler nicht nachvollziehen konnte, ich aber noch in der Garantiezeit bin, tauschte er das Gerät aus. Nur einmal enttäuschte mich der junge Store-Mitarbeiter: Ein weißes iPhone wollte er mir dann doch nicht gegen mein schwarzes tauschen.
Die Geräte haben mich mehr gekostet, als vergleichbare Technik anderer Hersteller. Doch so ein kulantes Verhalten hätte es bei den Produkten ohne angebissenen Apfel wahrscheinlich nicht gegeben. Wahrscheinlich wäre ich zu Saturn oder Media Markt gestiefelt, hätte mit den mehr oder weniger kompetenten Mitarbeitern geschnackt, die hätten die Fehlermeldung entgegengenommen und das Produkt dann dem Hersteller geschickt. Mit ganz viel Glück hätte ich es dann ein paar Tage später zurück.
Natürlich ist es oft günstiger, die Hardware auszutauschen, als mit langwierigen Tests den Fehler zu finden, dann die Teile auszutauschen oder eventuell letztendlich dem Kunden dann doch ein neues Gerät zu schicken. Aber mir als Kunden ist das egal. Der Effekt für den unkomplizierten Umtausch: keine Wartezeit, totale Zufriedenheit – garantiert die beste Art der Kundenbindung. Das klappt bei mir schon seit vielen Jahren. Und ich muss zugeben: Ohne Kratzer mag ich mein iPhone dann doch irgendwie lieber.