Mit großen Worten wollte Facebook vor knapp einem halben Jahr die deutschen Nutzer zu Schnäppchenjägern machen. Doch wer sich Monate später spannende Preisvorteile erhofft, sollte vielleicht lieber mal bei der Konkurrenz nachschauen.
Im Februar präsentierte Facebook in der Hamburger City den neuen Dienst “Angebote”. Die Idee war klasse: Unternehmen können Facebook-Nutzer mit Schnäppchen in die Ladengeschäfte locken. So gab es Rabatte in einer Parfümerie, Popcorn in einem Kino und Prosecco in einem Restaurant. Zum Start nicht schlecht, aber auch nicht mehr als ein Appetitanreger.
Facebook wollte mit dem Dienst natürlich nicht nur Geschenke verteilen, sondern vor allem die Online- und Offline-Welt geschickt miteinander verknüpfen. Denn um die Gutscheine einzulösen, muss man dies auch seinen vernetzten Freunden mitteilen.
Es darf bezweifelt werden, dass die Aktion ein großer Erfolg war, denn seit Monaten herrscht eine gähnende Angebotes-Leere. Sucht man mit seinem Smartphone und der Facebook-App nach Schnäppchen in seiner Umgebung, sieht man zwar viele Orte – aber keine Rabatte, erkennbar an einem gelben Notizzettel.
Anbieter wie Groupon dominieren den Online-Schnäppchenmarkt mit täglich wechselnden Angeboten in vielen Städten Deutschlands. Um diese Angebote nutzen zu können, muss der Interessierte nicht einmal seine Couch verlassen. Für viele Nutzer ein klarer Vorteil.
Facebook wird sich ein anderes System ausdenken müssen, um den Angeboten zum Erfolg zu verhelfen, denn kaum ein Mensch sucht mit dem Blick auf dem Smartphone-Display in der Stadt nach Lockangeboten. Erst, wenn das Smartphone mir entsprechende Infos automatisch sendet, könnte der Service funktionieren. Allerdings müsste dafür ständig die GPS-Verbindung aktiv sein und das Bewegungsprotokoll dauernd abgeglichen werden. In Sachen Datenschutz sicher nicht die ideale Lösung – Apple kann ein Lied davon singen.